Internetangebote für Kinder sollten Kindern helfen, sich selbstständig im virtuellen Raum zu bewegen. Anbieter von Kinderseiten tragen dazu bei, wenn sie ihre Seiten verantwortungsbewusst und kindgerecht gestalten. Die übergeordneten Ziele in der Produktion von Kindermedien sind:

1. Der Schutz des Kindes und seine Sicherheit

2. Die Freiheit des Kindes und die Förderung seiner Autonomie und Selbsttätigkeit

Im Idealfall verbinden sich für den Erfurter Netcode beide Aspekte in der Forderung nach „Schutz durch Qualität“, d.h. dem Bestreben, durch Qualitätssicherung, förderliche Angebote für Kinder in den Neuen Medien anzuregen und dabei Qualitätsberatung zu leisten. Dazu hat der Erfurter Netcode einen Kriterienkatalog erarbeitet, der theoretisch fundiert und in der Praxis erprobt ist und dabei offen bleibt für neue Prozesse und Wandlungen in der Mediengesellschaft.

Wie aber können sowohl Schutz als auch Autonomie gewährleistet werden? Widersprechen sie sich nicht? Ist es nicht im Sinne der Freiheit Zensur, wenn der Jugendschutz den Kindern Zugänge verbietet? Ist es nicht im Sinne des Schutzgedankens fahrlässig, Kinder, zumal in der frühen Kindheit, überhaupt in den noch weitgehend unkontrollierbaren Raum der Medien zuzulassen, solange die Wirkungen nicht völlig absehbar sind? Was heißt in diesem Spannungsfeld „kind-“ und „altersgerecht?“

Der Erfurter Netcode berät Anbieter von Online-Kindermedien im Sinne seiner Qualitätskriterien. Bereits in der Konzeptionsphase können die Weichen für hochwertige Kinderseiten gestellt werden. Anbieter, die sich an den Qualitätskriterien des Erfurter Netcode orientieren, sichern damit die hohe medienpädagogische und medienethische Qualität ihrer Produkte.